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Ein Stück für Generationen Möbel vom Schreiner

Im Zeitalter industrieller Massenfertigung denken die Verbraucher, dass das Handwerk bei vielen Produkten des täglichen Bedarfes nicht mehr konkurrenzfähig ist und diese deshalb auch nicht mehr herstellt. Das gilt vor allem angesichts einer ganzen Palette von Mitnahmeprodukten zum Selberzusammenbauen auch für die Möbelbranche.

Tatsächlich beschäftigen sich jedoch gut 200 Schreinereibetriebe im Saarland unter anderem auch oder sogar vorzugsweise mit dem Bau von Möbeln. Dabei reicht das Angebot von Kompletteinrichtungen für Hotels oder Altenheime über Büro und Praxismöbel bis hin zum klassischen Einbauschrank oder zum avantgardistischen Design Unikat.

Dazu muss man wissen, dass das weite Berufsbild des Schreiners, wie es in der häufig gebräuchlichen Aufteilung in Bau- und Möbelschreiner zum Ausdruck kommt, ein ganz besonderes Gewicht gerade auf den Möbelbau legt. Hier kommen nämlich schon in der Ausbildung handwerkliche Tugenden wie Liebe zum Material, millimetergenaues Arbeiten und räumliches Vorstellungsvermögen zum Tragen. Landeslehrlingswart Klaus Dejon (Schiffweiler): "Nirgendwo sonst erkennt man handwerkliches Geschick so gut wie bei einer von Hand nach alter Tradition gezinkten Schublade. Daher gehört auch heute noch in der Gesellenprüfung Handarbeit einfach dazu".
Freilich eine solche Schublade lässt sich kaum mehr verkaufen. Dafür fallen einfach zu viele Arbeitsstunden an. So treten heute beim Einzelmöbelbau im Schreinerhandwerk zur Tradition auch moderne Materialauswahl und Fertigungsmethoden hinzu. In der Meisterprüfung ist schließlich immer noch die Anfertigung des Meisterstückes, und dort meist eines Möbelstückes, die sogenannte "Königsdisziplin", wie man an den nebenstehenden Beispielen leicht erkennen kann.

 Hier hat der zukünftige Schreinermeister vielleicht wie in keinem anderen Gewerk wahrhafte Handwerkskunst unter Beweis zu stellen. Funktionelle Detaillösungen sollen sich mit einer attraktiven Gestaltung auf dem Stand zeitgenössischer Formensprache vereinen.
Landesinnungsmeister Edgar Arend aus Wadern selbst erfolgreich im Innenausbau und Möbelbau tätig: "Ich bin schon seit vielen Jahren im Meisterprüfungsausschuss. Aber ich bin auch heute noch immer wieder begeistert, wenn ich sehe was die jungen Mädchen und Burschen sich so alles einfallen lassen."

Und es ist wirklich faszinierend, welch edle Möbel aus einem einfachen Stück Holz entstehen können. Wenn man hier zudem weiss, wie viele Arbeitsgänge dazu von Nöten sind, kann man auch die Preise nachvollziehen. 200 Arbeitsstunden bei einem Stundenverrechnungssatz von 40 Euro bedingen eben einen fünfstelligen Verkaufspreis. Das wird manchen Verbraucher natürlich in seinem eingangs erwähnten Vorurteil bestätigen. Bei ähnlich hochwertigen, langlebigen und stabilen Möbel ist jedoch auch die Industrie nicht preiswerter. "Wenn man jung ist und gerade gebaut hat, hat man kaum Geld für teuere Möbel, aber die zweiten oder dritten Möbel, die können dann ruhig auch mal vom Schreiner sein. Da hat man handwerkliche Qualität, die man auch vererben kann" so der Landesinnungsmeister.