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3. Gesundheitstag ohne Stress

„Gesundheit steht an erster Stelle, es ist das wichtigste im Leben und man sollte recht viel dafür tun“, lobte Schreinermeister Thomas Koenen die Aktivitäten der Innung hinsichtlich des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Der 53jährige Betriebsinhaber der Möbelmanufaktur „Querholz“ gehörte zu den 80 Teilnehmern des mittlerweile dritten Treffs mit Informationen, Tipps und Mitmachaktionen rund um das Thema Gesundheit. Ideale Voraussetzungen hierzu boten erneut die Räumlichkeiten der überbetrieblichen Lehrwerkstatt in Von der Heydt. „Perfekt organisiert konnten alle Anlaufstationen ohne Stress in Anspruch genommen werden, insbesondere Gehörtest und die Rückenuntersuchungen als Schwerpunktthemen zeigten zielgerichtete Maßnahmen auf, um Gesundheitsschäden zu vermeiden und Erkrankungsrisiken zu verringern“, empfiehlt Koenen allen betrieblichen Mitarbeitern die Teilnahme am Gesundheitstag. Zur Erkennung von gesundheitlichen Risiken und Belastungen stand eine ganze Armada von Fachleuten zur Verfügung. Als Kooperationspartner war die Krankenkasse IKK Südwest ebenso vertreten wie die Berufsgenossenschaft Holz Metall (BGHM), das Werksarztzentrum und Sicherheits-Ingenieur Klaus Klöppel.

Werden Beschäftigte in Lärmbereichen tätig, ist grundsätzlich die Gefahr einer Gehörschädigung gegeben. Die G20 Vorsorgeuntersuchungen, wie sie von den beiden Mitarbeiterinnen des Werkarztzentrums (WAZ) Saar GmbH, Fatma Zahler Denis und Tina Josten praktiziert wurden, dienen der Früherkennung von Schäden des Sinnesorganes. Die G 20 Vorsorgeuntersuchung ist vom Arbeitgeber zu veranlassen, wenn bei der Berufstätigkeit am Arbeitsplatz der obere Auslösewert des sogenannten Tages-Lärmpegels 85 dB (Dezibel) erreicht, beziehungsweise überschritten wird, da oberhalb dieser Grenzwerte eine Schädigung des Hörvermögens zu erwarten ist. Das Untersuchungsprogramm bestand aus einem Audiometrietest, ein medizinisches Messverfahren zur Prüfung des Gehörs mit der Messung von Lautstärken unterschiedlich hoher Töne, die gerade noch eine Hörempfindung hervorrufen. Als hinzugezogener Arzt fungierte Philipp Kilchert, der gerne Nachfragen zu Gehörproblemen beantwortete. Sein Hinweis: zur Vermeidung von Schäden ausreichenden Gehörschutz während der Arbeitszeit tragen.

Von Seiten der BGHM wurde der Fokus auf das richtige Heben und Tragen gelegt. Hierzu stand ein rechnergestütztes Kamerasystem zur Verfügung. Vom Teilnehmer wurde bei einem Hebevorgang ein Bild angefertigt und anhand des Bildes die Belastung in der Wirbelsäule berechnet. Wenn schwere Lasten manuell bewegt werden müssen, wird der Rücken entsprechend belastet. Das Heben und Tragen von Lasten zählt zu den Belastungsarten, auf die der menschliche Körper nur ungenügend eingerichtet ist. So tragen Hebe- und Tragearbeiten zu vorzeitigen Abnutzungserscheinungen des Stütz- und Bewegungsapparates des Menschen bei, die sich in Form von Rückenbeschwerden äußern können. Die Kräfte wirken sich dabei vornehmlich auf die Bandscheiben der Wirbelsäule aus. „Bewahren Sie Haltung – so sitzen, stehen, heben und tragen Sie richtig!“ lautete das Motto des Tages, wobei die beiden BGHM-Mitarbeiter Sebastian Lauer und Thomas Schäfer die wichtigsten Regeln beim Heben und Tragen schwerer Lasten erläuterten.

Gleich mehrere Akzente setzte die Gesundheitskasse IKK Südwest, die ein vielfältiges Angebot parat hatte. Über 50% der krankheitsbedingten Arbeitsausfälle, Berufs- und Erwerbsunfähigkeit sind durch Rückenbeschwerden bedingt. Nur die leistungsfähige Wirbelsäule kann den Alltagsbelastungen ausgesetzt sein ohne langfristig Schädigungen zu erleiden.

Der Wirbelsäulencheck mit der „SpinalMouse“ verdeutlichte den Betriebsmitarbeiter den aktuellen Zustand ihres Rückens. Die IKK Gesundheitsberater analysierten mit einem computergestützten Verfahren Form und Beweglichkeit des Rückens. Mit einem handlichen Messgerät wurden die Länge des Rückens, die Krümmung der Wirbelsäule und die Stellung des Beckens abgetastet und Trainingsempfehlungen gegeben, wie die Mitarbeiter ihren Alltag im Berufs- und Privatleben rückenfreundlich gestalten können.

Mit Hilfe der Softwaretechnologie „Cardioscan” wurde auch einen Herz-Kreislauf Check mit Stressmessung angeboten. Elektroden wurden an Hand- und Fußgelenk angebracht und bei einer zweiminütigen Ruhephase die Werte ermittelt. Bei dieser Untersuchung zeichnete die Gesundheitsberaterin ein Ruhe-EKG auf. Aufgrund dieser digitalen Technik konnte ein Bild vom Herzen gemacht werden und der Stresswert in Form eines farbigen, dreidimensionalen Herzportraits optisch dargestellt werden. Zusätzlich liefert das System verlässliche Werte zu Herzschlag und Herzfrequenzvariabilität. Das Ergebnis wurde für die Mitarbeiter ausgedruckt bzw. wird per Mail zugesendet. Im anschließenden Gespräch wurden Maßnahmen zur Gesundheitsförderung aufgezeigt.

In Bewegung bleiben lautete die Devise von Physiotherapeutin Sandra Glock. Dazu diente der Bewegungsparcours, der im Außengelände der Lehrwerkstatt aufgebaut war. Hier mussten Getränkekästen gestapelt werden oder ein LKW-Reifen durch einen Parcours gerollt werden. An weiteren Stationen wurde das Gleichgewicht getestet und vor allem waren ergonomische Haltungen gefragt.

Auch durfte ein Kamerateam nicht fehlen. Karina Hartwahn als Inhaberin von Projekt Piñata und ihr Assistent Benedikt Tresen, filmten im Auftrag der IKK Südwest die Aktivitäten während des Gesundheitstages und befragten Geschäftsführer Michael Peter zum betrieblichen Gesundheitsmanagement, der verdeutlichte, dass gesunde Mitarbeiter zu einem besseren Betriebsergebnis beitragen.

Schon jetzt liegen weitere zahlreiche Voranmeldungen zu einem weiteren Gesundheitstag, der am 18. September stattfinden wird, vor. Hier hat Schreinermeister Thomas Könen weitere Vorschläge parat zur Prävention mit vorbeugenden Maßnahmen zum Augenschutz und zu Vibrationen bei Arbeiten mit Handmaschinen.

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