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Fachkräftemangel wird immer deutlicher

Die Frühjahrs-Konjunkturumfrage im saarländischen Schreinerhandwerk fördert erstaunliche Zahlen zutage. Nur die Zurückhaltung beim Einstellen von Lehrlingen gibt Anlass zur Sorge.

Grafiken: HKH Saar

Die Wirtschaft brummt, die Konjunktur läuft heiß und die Auftragsbücher sind voll – nicht nur im Wohnhandwerk. Soweit die allgemeine Wahrnehmung. Aber wie sieht es konkret in den Wohnhandwerker-Betrieben aus und wo drückt der Schuh? Wir haben nachgefragt. Wie jedes Jahr hat der Wirtschaftsverband Holz und Kunststoff Saar seine rund 300 Mitgliedsbetriebe zur aktuellen Wirtschaftslage, zu ihren Erwartungen und ihrer Investitionsbereitschaft sowie zu personellen Entscheidungen bei Mitarbeitern und Lehrlingen befragt. Die Auswertung der Umfrage hilft, Trends zu erkennen und entsprechend zu reagieren. „Mit der Befragung erhalten wir Aufschluss über die aktuelle Wirtschaftslage der Betriebe und Anhaltspunkte für die Entwicklung der Mitarbeiter- und Lehrlingszahlen“, so Verbandsgeschäftsführer Michael Peter. Denn die Anfragen der Betriebe zur Vermittlung von qualifizierten Mitarbeitern, so Peter, sind in den letzten Monaten stark angestiegen.

Der Trend im Gesamthandwerk mit steigenden Lehrlingszahlen im letzten Jahr kommt im saarländischen Schreinerhandwerk bislang leider nicht an. Zwar haben sich die Lehrlingszahlen etwas erhöht, sind aber weiterhin auf einem sehr niedrigen Stand. Dies liegt auch weiterhin daran, dass zu wenige Betriebe bereit sind, Lehrlinge auszubilden. In diesem Jahr haben 13 Prozent der Betriebe angegeben, dass sie weniger als zuvor ausbilden möchten und nur vier Prozent der Betriebe wollen wieder mehr ausbilden.

Somit ist auch nicht verwunderlich, dass sich der Fachkräftemangel im saarländischen Schreinerhandwerk in den nächsten Jahren noch verschärfen wird. Dies untermauert auch das Umfrageergebnis zur Frage über geplante Einstellungen und Entlassungen. Hier sieht man, dass seit dem Jahr 2017 die geplanten Entlassungen immer weiter fallen, also eine Reduzierung des Personalbestandes für die Betriebe aktuell nicht infrage kommt. Lagen die geplanten Entlassungen 2017 noch bei acht Prozent, sind diese bis ins Jahr 2020 bis auf zwei Prozent gefallen. Umgekehrt sind die geplanten Einstellungen, also die Erhöhung des Personalbestandes, seit 2017 von 26 auf jetzt 31 Prozent gestiegen. Beim Wunsch, qualifiziertes Personal einzustellen, bleibt es in vielen Betrieben auch, denn schon heute wird kein geeignetes Personal mehr gefunden.

Dass es den Betrieben trotz mahnenden Meldungen aus der Wirtschaft weiterhin gut geht, zeigt unsere Frage nach der konjunkturellen Lage der Betriebe. Hier haben 78 Prozent (2019waren es 80 Prozent) der Betriebe angegeben, dass die Konjunktur auf diesem guten Level weiterhin bleiben wird. Nur sieben Prozent der Befragten haben angegeben, dass sich die Konjunktur mutmaßlich verschlechtern wird (2019 lag dieser Wert bei null Prozent) und 15 Prozent gehen sogar davon aus, dass sich die Konjunktur im Jahre 2020 verbessern wird (2019 war dieser Wert noch bei 22 Prozent). Die positive Einschätzung der konjunkturellen Lage wird auch durch die Antworten auf die Frage, ob die wirtschaftlichen Erwartungen im Vorjahr erfüllt wurden, untermauert. Hier haben starke 76 Prozent (wie im Vorjahr) der Betriebe angegeben, dass ihre Erwartungen erfüllt wurden. Bei elf Prozent (2019 waren es zwölf Prozent) wurden die Erwartungen sogar übererfüllt und nur 13 Prozent (2019 zwölf Prozent) der Betriebe waren demnach enttäuscht von ihrer Geschäftsentwicklung.

Laut Umfrage sehen 30 Prozent der Betriebe ihren Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich „Fertigung und Montage selbst gefertigter Teile“, 36 Prozent im Bereich „Montage fremdgefertigter Teile“, 30 Prozent im Bereich „Einzelfertigung“ und vier Prozent im Bereich „Serienfertigung“. Auch hier hat es im Vergleich zu den Vorjahren kaum nennenswerte Veränderungen gegeben. Zu ihrem Kundenkreis zählen 60 Prozent der Mitgliedsbetriebe die privaten Haushalte, 24 Prozent der Betriebe verdienen ihr Geld im Bereich Gewerbe, neun Prozent mit öffentlichen Institutionen, vier Prozent mit Bauträgern und drei Prozent mit dem Handel. Dabei liegt der Fertigungsschwerpunkt für 64 Prozent der Betriebe deutlich im Bereich Innenausbau, für sieben Prozent beim Fensterbau und für zwei Prozent im Bereich Holztreppen. 27 Prozent können ihren Fertigungsschwerpunkt nicht näher einordnen.

Im Geschäftsjahr 2019 lagen die Umsätze bei sieben Prozent der Betriebe im Bereich 50.000 bis 100.000 Euro, bei 17 Prozent im Bereich 100.000 bis 200.000 Euro, bei 24 Prozent im Bereich 200.000 bis 500.000 Euro und 50 Prozent der Betriebe machten mehr als 500.000 Euro Umsatz.

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