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Frühjahrs-Konjunkturumfrage im saarländischen Schreinerhandwerk

Einmal im Jahr, zum Jahresbeginn, befragt der Wirtschaftsverband rund 300 Mitgliedsbetriebe zur Wirtschaftslage, zur aktuellen Geschäftssituation, zu Erwartungen- und Beurteilungen, Investitionsbereitschaft, personelle Entscheidungen zu Mitarbeitern und Lehrlingen  und die wirtschaftliche Entwicklung. Die Ergebnisse helfen Trends zu erkennen und liefern wichtige Argumente gegenüber der Politik. „Mit der jetzigen Befragung wollten wir Aufschluss über die aktuelle Wirtschaftslage  der Betriebe bekommen und Anhaltspunkte für die Entwicklung und Erwartungen erhalten. Seit über  zehn Jahren versenden wir alljährlich den Fragebogen. Die Rücklaufquote, die in diesem Jahr bei rund 20% lag, verschafft uns einen repräsentativen Überblick“,  betont Geschäftsführer Michael Peter.

Alle Wirtschaftsexperten sagen ein weiteres gutes Jahr für die Konjunktur voraus. Ihrer Meinung nach war der Ausblick für ein neues Jahr lange nicht mehr so erfreulich. Nach Jahren verhaltenen Wachstums hat die Weltkonjunktur bereits 2017 an Fahrt aufgenommen. Für 2018 zeichnet sich ein  robuster Zuwachs der Wirtschaftsleistung bei einem nur maßvollen Anstieg der Inflation ab.  Die Ausgangslage spricht dafür, dass die Weltwirtschaft noch mindestens zwei gute Jahre genießen kann. Das Zeitalter der Vorsicht ist 2017 ausgelaufen. Nach Jahren ohne neue Mega-Krise haben viele Menschen die große Scheu vor dem Risiko abgestreift. Haushalte und Unternehmen jetzt wieder eher bereit, die günstigen Finanzierungsbedingungen zu nutzen. Die Investitionen sind nahezu überall in der westlichen Welt angesprungen. Unterstützt durch zunehmende Beschäftigung öffnen auch die privaten Verbraucher ihre Brieftaschen. Hierfür ist vor allem die vielfach nachgefragte Umrüstung bestehender Immobilien im Hinblick auf den demografischen Wandel und den Klimaschutz ausschlaggebend.

Profitiert auch das saarländische Schreinerhandwerk von dieser Entwicklung? Die Schreiner- und Montagebranche im Saarland folgt dem allgemeinen Konjunkturtrend: Die Beurteilungen einzelner Konjunkturindikatoren wie Auftragsbestand, Betriebsauslastung, Umsatzentwicklung und Beschäftigungssituation haben sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals verbessert. Die Investitionsbereitschaft hat weiter sich erhöht. Waren es im vergangen Jahr rund 26% der Befragten, die Investitionen tätigen wollten, so planen in 2018 40% der Betriebsinhaber größere Maßnahmen.

Auf die Frage nach der Entwicklung der Branchenkonjunktur in 2018 im Vergleich zum Vorjahr sehen 19% eine weitere Verbesserung. Gesteigerte Erwartungen sahen im vergangenen Jahr nur noch 10 %. Im Gegensatz etwa zum Jahr 2013, als noch 12% der Betriebe eine schlechtere Konjunkturlage prognostizierten, sind es jetzt nur noch 2%, die mit einer Verschlechterung rechnen.

35% der antwortenden Betriebe geben als Tätigkeitsschwerpunkt die Fertigung und Montage der selbst hergestellten Teile an. Einzelfertigung mit einem konkreten Aufmaß erfolgt bei 31% der Unternehmen. Die Montage fremd gefertigter Teile oder Trockenbau steht bei 26% der Betriebe im Vordergrund. 8% befassen sich schwerpunktmäßig mit einer Serienfertigung. 

Der Fertigungsschwerpunkt liegt bei den herstellenden Unternehmen im Innenausbau und der Fertigung von Möbeln - dies gaben 72 % der Befragten an. Bei 3% liegt der Schwerpunkt im Treppenbau, und bei 9% im Fensterbau. Der Bereich Sonstiges liegt bei 16%.

Die größte Kundengruppe stellen die Privatpersonen mit rund 66%. Es folgen die gewerblichen Kunden mit 25% und die Kundengruppe Handel und öffentlichen Auftraggeber mit jeweils 3,5%, die Bauträger mit 2%.

Rückblickend auf das vergangene Jahr sahen 83% ihre Erwartungen erfüllt, für 7% war das Jahr enttäuschend und immerhin 10% konnten sich darüber freuen, dass ihre Erwartungen sogar noch übertroffen wurden.

Die Personalsituation in den Betrieben hat sich stabilisiert. 6 Prozent planen eine Verringerung des Personalbestandes. Allerdings wollen 28 Prozent ihre Mitarbeiterzahl aufstocken. Durchschnittlich werden 10 Mitarbeiter in den Betrieben beschäftigt. Das ist ein hoher Wert und spricht dafür, dass sich an der Umfrage in der Tendenz eher größere Betriebe beteiligt haben. Dazu gehört auch, dass 34 % der Rückläufe angeben, eine bzw. mehrere CNC-Maschinen im Einsatz zu haben. In puncto Auslastung gibt es für die Betriebe keinen Grund zur Klage. Die Auftragsreichweite liegt im Durchschnitt bei neun Wochen, ebenfalls ein vergleichsweise hoher Wert.

Erfreulich gestaltet sich die Umsatzentwicklung im saarländischen Schreinerhandwerk. Fast die Hälfte der Betriebe (48%) erwirtschaftete im vergangenen Jahr die Summe von mehr als einer halben Million Euro. Bei 5 % lag der Umsatz von 50.000 € bis 100.000 €, bei 24% zwischen 200.000 € bis 500.000 € und ebenfalls 24% lagen umsatzmäßig zwischen 100.000 € bis 200.000 €.

Sorgenkind bleibt die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. 83% der Befragten geben an, Lehrlinge wie zuvor einzustellen. Das bedeutet ein gleich bleibend niedriges Niveau an neuen Ausbildungsverhältnissen, auch im Jahr 2018. Und selbst wenn folglich 83% angeben, dieses Jahr so viele Lehrlinge wie sonst auch einzustellen, fallen ja darunter auch jene, die damit „keine- wie in der Vergangenheit“ meinen!  15% der Betriebsinhaber wollen sogar weniger Lehrlinge einstellen, als dies bisher der Fall war. Nur noch 2 Prozent der Unternehmer sind bereit, mehr Lehrlinge auszubilden.

"Wir brauchen junge Menschen die später für die Meisterausbildung und auch für Betriebsübernahmen zur Verfügung stehen", betont Landeslehrlingswart Peter Dincher und verweist auf die momentane Ausbildungssituation: „Die Zahl der Schulabgänger sinkt aufgrund des demografischen Wandels. Zugleich nimmt die Zahl der Studienanfänger zu. Wir haben  mehr junge Menschen die ein Studium, als eine Ausbildung beginnen. Hohe Studienabbrecherquoten belegen allerdings, dass die Studien- und Berufsorientierung in der Sekundarstufe nicht optimal ist. Alternativ stellen die Studienabbrecher eine zwar nicht grundsätzlich neue, aber sicherlich noch nicht  jedem Unternehmen präsente Zielgruppe für die duale Ausbildung dar“. „Es wird immer schwieriger, die für das jeweilige Unternehmen passenden Bewerber zu gewinnen. Gerade für motivierte Jugendliche mit einem guten Schulabschluss bietet das Schreinerhandwerk zahlreiche Optionen im späteren Berufsleben. Wir müssen große Anstrengungen in der Nachwuchsarbeit unternehmen um dem Trend der stetig sinkenden Ausbildungszahlen entgegenzuwirken.  Es ist sehr bedauerlich und zuweilen besorgniserregend, dass die geplante Beschäftigung von Lehrlingen weiterhin rückläufig ist“,  beschreibt Dincher die negative Entwicklung.

 

 

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